Wiki als Communityplattform
aus MindXuniversity, der freien Wissensdatenbank
Diese Arbeit wurde im Rahmen einer Studienarbeit im Studium verfasst (Berufsakademie Stuttgart).
Profil vom Initiator: Michael Sudmann
PROBLEMSTELLUNG
Erfolgreiche Web 2.0 Anwendungen sind zum einen schnell wachsende Communities wie myspace, facebook, openbc, die den Fokus auf Personen und ihr Netzwerk legen. Durch einfache Bedienoberflächen und vorgegebene Profilstruktur lassen sich schnell viele aktive Mitglieder gewinnen. Auf der anderen Seite gibt es Projekte wie Wikipedia, die sich auf Inhalte (Content) konzentrieren. Im Mittelpunkt steht hierbei nicht die Person und ihr soziales Netzwerk, sondern Wissen über ein Thema. Die Teilnahme ist daher stark asymmetrisch, es gibt wenige sehr aktive Autoren und sehr viele passive Leser. Die der Wikipedia zugrunde liegende Software ist sehr flexibel und im Prinzip geeignet eine Community aufzubauen, die auch das persönliche und kollektive Wissensmanagement unterstützt. Die Schwierigkeit eine schnell wachsende Community auf Basis des MediaWiki aufzubauen, ist die relativ hohe Einstiegshürde für Neulinge im Communitybereich, da die Benutzerschnittstelle nicht darauf spezialisiert ist. In der Studienarbeit soll nun untersucht werden, welche Erfolgsfaktoren es für den schnellen Aufbau einer Community gibt und ob und wie man Leistungsmerkmale von Communityplattformen und Wikis integrieren kann.
GRUNDLAGEN UND BEGRIFFE
Entstehungsgeschichte von virtuellen Communities und Wikis
Die Wurzeln der virtuellen Communities gehen in die Anfänge des World Wide Webs zurück. Bereits 1968 wurde dieser Begriff von J.C.R. Licklider und Robert W. Taylor eingeführt. Die Geburtstunde des Internets wird allumfassend auf das Jahr 1969 datiert. In diesem Jahr gelang es einem Projektteam des Amerikanischen Verteidigungsministeriums erstmalig Datenpakete zwischen zwei Rechnern über das Telefonnetz auszutauschen. Ab Mitte der 70er Jahre wurden Mailinglisten, Bulletin-Boards und Newsgroups vor allem von Wissenschaftlern zum Austausch von Gedanken und Informationen genutzt. Newsgroups bilden dabei die Vorbilder von heutigen Diskussionsforen in virtuellen Communities. Ca. 10 Jahre später (1985) wurde dann von Brand und Brilliant die bis heute bekannteste virtuelle Community mit dem Namen „The WELL“ gegründet. Die Vision der beiden Gründer bestand vor allem darin, die Kommunikation zwischen Personen im Bereich der bucht von San Francisco zu vereinfachen. Dazu gehört es auch jedermann einen E-Mail-Zugang zu ermöglichen und ein ausgefeiltes Konferenzsystem zu niedrigen Preisen anbieten zu können.
Die dokumentierte Geschichte der Wikis hingegen beginnt erst im Jahre 1995 und ist auf den Pionier Ward Cunningham, einen Software-Designer aus Portland, zurück zu führen. Er installierte eine Datenbank auf einem seiner Web-Server, welche eine Änderung des Inhaltes ohne HTML-Kenntnisse zuließ. Er veröffentlichte sein Werk unter dem Namen „Portland Pattern Reporsitory“. Später erweiterte er sein Roll-Out um eine Datenbank für Entwurfsmuster, die er „WikiWikiWeb“ nannte. Das Prinzip der neu gegründeten Datenbank war relativ einfach. Jeder Text konnte in einem Änderungsmodus direkt im Browser bearbeitet werden. Dies geschah allerdings nicht in der komplizierten HTML Schreibweise, sondern mittels eines vereinfachten Syntax, die von der Wiki-Software in HTML umgewandelt wurde. So entstand das erste Wiki in der Online Welt. Schon zuvor beschäftigte sich Cunningham mit so genannten Entwurfsmustern (Patterns). Solche Patterns sind in der Softwareentwicklung möglichst allgemeine Standardlösungen für wiederkehrende Probleme.
Definition virtueller Communities
Das Phänomen von virtuellen Communities ist sehr komplex. Es verbindet technische, kommerzielle, biologische, soziale, psychologische, kommunikative und vor allem soziologische Aspekte miteinander. Es handelt sich hierbei um einen Forschungsbereich, der gerade in seinen Anfängen steckt. Erst die Zusammenführung aller Einflussfaktoren macht ein tief greifendes Verständnis der Geschehnisse möglich. Auch in der eindeutigen Definition einer Online - Community scheiden sich noch die Geister der Fachleute. Bringt man alle Definitionen auf einen Nenner, so ist folgende Aussage am klarsten: „Eine Online - Community ist eine Gemeinschaft von Menschen, die online (über ein entsprechendes Internet-Kommunikationssystem) in Kontakt kommen und zur Erreichung bestimmter Ziele kooperieren.“
Typologisierung von virtuellen Communities
In der Literatur gibt es verschiedene Ansätze virtuelle Communities zu kategorisieren. Eine erste Einteilung kann nach der Konsumentensegmentierung stattfinden. Hierbei gibt es drei Kriterien. Die Geographie, die Demographie und dem Inhalt der Community. Geographisch orientierte Communities entwickeln sich aus den ähnlichen Interessen der Individuen, welche gemeinsam in einem bestimmten Gebiet leben oder Interesse bzw. Kenntnisse haben. Klassische demographische Kriterien bilden Alter, Geschlecht und Einkommen. Die Ausbildung einer Community kann allerdings auch abseits von geographischen und demographischen Aspekten stattfinden und sich rein auf einen Themenschwerpunkt beziehen. Hagel und Armstrong gehen bei ihrer Typologisierung eine Stufe höher. Sie unterscheiden Communities in vier Hauptgruppen. In den sog. Communities of Interest befriedigen die Mitglieder ihre Bedürfnisse nach Informationsaustausch über bestimmte Themen, die in ihrem persönlichen Fokus stehen. Dementsprechend sind die Communities of Relationship durch starke soziale und emotionale Beziehungen der Mitglieder gekennzeichnet. Hier wird also das Bedürfnis nach Kontaktaufbau und –pflege befriedigt. Eine weitere Untergruppe bilden die Communities of Fantasy. Hierin treten die Mitglieder als virtuelle Figuren in dreidimensionalen Fantasiewelten auf. Das beste Beispiel hierfür bildet wohl das momentan stark im Interesse der Öffentlichkeit stehende Online Spiel „Second Life“. Hier nimmt jedes Mitglied die die Rolle eines so genannten „Avatares“ ein und agiert mit diesem in einer riesigen virtuellen Welt. Hier werden vor allem die Bedürfnisse nach Spiel, Unterhaltung, Selbstverwirklichung und Fantasie gedeckt. Außerdem gibt es Communities of Transaction, welche das Interesse der Teilnehmer an gemeinsamen Transaktionen aufgreift. In solchen Communities entstehen Zweckgemeinschaften, um beispielsweise ein gemeinsames Kaufinteresse durchsetzen zu können. Eine spezielle Form bilden die CoP’s (Communities of Practice). Dieser Begriff wird häufig analog zum Begriff der so genannten „Knowledge Communities“ gebraucht. Bei beiden Beschreibungen handelt es sich um elektronisch gestützte Gemeinschaften, die den kollaborativen Aufbau und Austausch von Wissen fördern. Sie werden einerseits innerhalb von Organisationen eingesetzt, um dort Wissensmanagement im klassischen Sinne zu betreiben, darüber hinaus ermöglichen Sie es, Wissensmanagement auch über organisatorische Grenzen hinweg auszudehnen. Die Mitglieder der Community arbeiten an ähnlichen Aufgaben und unterstützen sich gegenseitig bei der Lösung. Hierbei wird Wissen kombiniert, ausgetauscht und adaptiert. Auf die einzelnen Prozesse des Wissensmanagements wird zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eingegangen.
Definition einer Wiki
Das hawaianische Wort „Wiki“ bedeute übersetzt „schnell“. Es handelt sich dabei um eine im World Wide Web verfügbare Seitensammlung, die von einem User nicht nur gelesen, sondern auch direkt an Ort und Stelle in der Browser-Schnittstelle verändert werden kann. Jeder Benutzer kann also den Inhalt von Wiki - Seiten editieren und verändern. Der Text lässt sich dabei über einen Syntax formatieren. Dieser Syntax ist softwarespezifisch. Die einfache Bedienbarkeit macht es für jedermann nutzbar. Die erforderliche Software liegt dabei komplett auf dem Server. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Es ist geeignet um große Textmengen zu verwalten, die an vielen Stellen hin und wieder geändert werden. Es kann sowohl Content produziert und publiziert werden, aber auch für Diskussionen und Projektarbeiten dienen. Die Wiki - Seiten enthalten zusätzlich eine Änderungshistorie welche es erlaubt, jederzeit auf ältere Versionen eines Dokumentes zuzugreifen und Änderungen Nachverfolgen zu können. Eine besondere Form der Wikis bilden die semantischen Wikis. Für semantische Wikis wird das Konzept des Semantic Web angewendet. Dabei wird der herkömmliche Content um Informationen erweitert, die ihm eine eindeutige Bedeutung geben. Die technische Umsetzung erfolgt dabei mittels ontologischer Repräsentationssprache wie RDF, RDFS, OWL und SPARQL. Durch das hinzufügen der zusätzlichen Informationen (Annotation), ist eine automatisierte, computergestützte Schlussfolgerung (Reasoning) möglich. Bei semantischen Wikis ist es möglich Metadaten zusätzlich zu den üblichen Inhalten einzugeben. Diese Metadaten beruhen häufig auf dem RDF-Schema (Resource Description Framework). Durch diese Metadaten ist es für das Semantic Wiki möglich automatisch Beziehungen zu anderen Wiki - Seiten herzustellen.
VIRTUELLE COMMUNITIES
Grunderkenntnisse der Soziologie
Nachdem nun zur Einleitung in die Thematik die grundlegenden Dinge über virtuelle Gemeinschaften und Wikis beschrieben wurden, soll das Thema nun von der soziologischen Seite betrachtet werden. Wie später zu sehen sein wird, können hieraus wichtige Erfolgsfaktoren von Communities abgeleitet werden. Diese reichen vorwiegend in den Aufbau einer Online Community hinein.
Gruppen, Netzwerke, Netzwerkanalyse, Skalenfreiheit von Netzen
Nach Kollock können vor allem 3 Aspekte aus der Kleingruppenforschung als konstruktiv für die Formierung von Online-Gemeinschaften angesehen werden. Die erste Bedingung ist die Konstanz: Die Kommunikationspartner der Gemeinschaft müssen sich sicher sein können, dass Sie sich auch in Zukunft noch einmal begegnen. Dies bedingt eine fortlaufende Interaktion der Teilnehmer, damit die Gemeinschaft erfolgreich ist. Die zweite Bedingung die von Kollock genannt wird, ist dass die Personen einander identifizieren können müssen. Sie müssen also erkennen können, mit wem Sie es zu tun haben und es muss die Chance bestehen, die Person wieder finden zu können. Die dritte Bedingung schließlich lautet, dass die Personen Informationen über die anderen Beteiligten aus der Vergangenheit besitzen müssen. Es wird hierbei also deutlich auf die Geschichtlichkeit der Beziehungsentwicklung eingegangen. Die zuerst geforderte Konstanz kann Widerrum allerdings auch als eine Restriktion gedeutet werden. Maß indirekter Verbindung | Die Verbindung zwisDer spielerische Wechsel von Identitäten, welcher von vielen Autoren als zentrales Merkmal der Kommunikation im Cyberspace gesehen wird, wird durch diese Bedingung einer wesentlichen Begrenzung ausgesetzt. Die Anonymität der Teilnehmer wäre also in Frage gestellt. Hierbei lässt sich an ein aktuelles Thema anknüpfen. Die Glaubwürdigkeit der Online-Enzyklopädie Wikipedia leidet zurzeit stark darunter, dass ihre Mitglieder anonym agieren. Im aktuellen Fall hat ein 24-jähriger unter einem Pseudonym fragwürdige Thesen verbreitet und insgesamt 20.000 Beiträge verfasst. Er gab sich dabei als Professor des Kirchenrechts aus, besitzt in Wirklichkeit aber nicht einmal ein abgeschlossenes Studium. Wikipedia reagierte auf diesem Vorfall damit, dass ab sofort Ihre „heavy-user“ und damit Grundsäulen für qualitativ hochwertigen und fehlerfreien Content einer gründlichen Identitätskontrolle unterzogen werden.
Die Soziologie größerer Gruppen befindet sich noch in den Kinderschuhen. Als Großgruppe wird eine Gruppe mit etwa 20-50 Mitgliedern verstanden. Sie werden meist als Kollektive bezeichnet, womit Personenansammlungen mit Interaktion, aber ohne (starkes) Solidaritätserlebnis gemeint sind. Anders als in Kleingruppen, in denen der Gruppendruck eine Angleichung der Meinungen bewirkt, können sich offenbar in größeren Gruppen auch heterogene Ansichten halten. Eine Gesamtgruppe kann in Fraktionen zerfallen, die im Weiteren über wenige Hauptsprecher repräsentiert werden. Die Verteilung der Sprecher- und Zuschauerrollen hängt dabei offensichtlich nicht von Persönlichkeitsmerkmalen ab. Es liegt die Vermutung nahe, dass es daher eher strukturelle Ursachen gibt. Untersuchungen ergaben, dass, wer sich nicht gleich zu Beginn zu Wort meldet, kaum noch eine Möglichkeit findet, sich ins weitere Geschehen einzuschalten und aktiv teilzunehmen. Mit wachsender Gruppengröße verliert die Interaktion somit an Unmittelbarkeit und wird spürbar anonymer, Sie beeinflusst damit die Sender-Empfänger-Relation deutlich. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass größere Gruppen sich keinesfalls wie kleinere Gruppen präsentieren. Sie sind nach Stegbauer vielmehr durch folgende Struktur gekennzeichnet:
- Sie zerfallen in Meinungsfraktionen mit wenigen Wortführern,
- Allerdings sind nicht alle Mitglieder in gleicher Weise einer Fraktion zugehörig,
- Schichten der Beteiligung können unterschieden werden,
- Die Grenze einer Kleingruppe spiegelt gleichzeitig eine Kapazitätsgrenze hinsichtlich der Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb großer Gruppen da,
- Die Geschichte erscheint als ein bedeutender Bezugspunkt für die Orientierung der Beteiligten.
Allumfassend bleibt festzustellen, dass die Gruppenforschung, gleichgültig ob es sich um Groß- oder Kleingruppen handelt, mit weiteren Problemen befasst ist. Neben der Diffusität der Gruppengrenzen kommt ein methodisches Problem der Erfassung hinzu, da die Teilnahme an Gruppen durch Flüchtigkeit, Vielgestaltigkeit und Heterogenität geprägt ist. Des weiteren soll hier der Begriff eines „Netzwerkes“ aufgegriffen und näher betrachtet werden. In internetbasierten Sozialräumen findet man selten enge Beziehungen, wie Sie in einer Gruppe vorhanden sind. Es sind meistens lose Kontakte. Diese werden in der Soziologie über so genannte „Quasi-Gruppen“ erfasst, wobei dort unterstellt wird, dass Potential vorhanden ist, zu einer Gruppe zusammen zu wachsen. Dies ist in Netzwerken kaum der Fall. Mittels netzwerkanalytischen Konzepten (bspw. nach Garton 1997) lassen sich Gruppen und Subgruppen im Kommunikationsraum zusätzlich qualifizieren. Hierbei werden nicht nur Bezüge zwischen einzelnen Gruppenmitgliedern in die Betrachtung einbezogen, sondern auch Beziehungen zwischen ganzen Gruppen analysiert. Die Netzwerkanalyse beruht auf einigen Beziehungsindikatoren. Eine Zusammenfassung hiervon (nach Brass 1995) zeigt die folgende Tabelle:
| Kennzahl | Definition | Beispiel |
| Maß indirekter Verbindung | Die Verbindung zwischen zwei Akteuren wird durch einen oder mehrere andere vermittelt | A verbunden mit B, B verbunden mit C, A indirekt verbunden mit C |
| Frequenz | Wie oft findet sich eine Verbindung | A spricht zu B zehn Mal die Woche. |
| Stabilität | Wie lange besteht ein Link | A ist mit B seit 5 Jahren befreundet |
| Multiplexität | Sind zwei Akteure über mehr als einen einzigen Bezug verbunden | A und B sind befreundet, gleichzeitig aber arbeiten sie zusammen und spielen den selben Sport |
| Stärke | Summe der Zeit, Intensität, Intimität und reziproker Handlungen | A und B sind enge Freunde und verbringen viel zeit miteinander |
| Richtung | Ausmaß, in dem eine Beziehung von einem Akteur zum anderen geht | A antwortet auf B, B aber niemals auf A |
| Reziprozität oder Symmetrie | Ausmaß, in dem eine Beziehung bidirektional ist | A stellt eine Frage an B, B stellt eine Frage an A |
Quelle: Stegbauer, C. (2001): Grenzen virtueller Gemeinschaften, S. 160
Zusammenfassend wird erneut deutlich, dass sich die Erforschung von internetbasierten Beziehungen und Netzwerken erst in den Anfängen befindet. Stegbauer drückt dies folgendermaßen aus:
„Weder Konzepte der Gemeinschaft, noch Gruppensoziologie und auch nicht Großgruppensoziologie halten einen adäquaten Zugang zu internetbasierten Kommunikationsforen bereit, obgleich all diese Konzepte auch Erklärungen anbieten.“
An dieser Stelle sollen abschließend die Organisationsprinzipien beschrieben werden, welche die komplexen Netze von Beziehungen erläutern. Beziehungsstrukturen sind vor allem durch Knoten (Verbindungspunkte) und Fäden (Verbindungen zwischen den Konten) geprägt. Das World Wide Web wird im Wesentlichen von sehr wenigen, sehr großen Knoten zusammengehalten. Dies gilt für eine Reihe von komplexen Netzen. Es gibt dabei keine typische Anzahl an Verbindungen pro Knoten. Dem Netz fehlt dementsprechend eine Skala, das heißt ein innerer Maßstab. Es handelt sich also um so genannte „skalenfreie Netze“, die eine Reihe von bestimmten Merkmalen aufweisen. Zum Beispiel sind sie unempfindliche gegen zufällige Störungen, aber anfällig gegen gezielte Angriffe. Werden in einem skalenfreien Netz die prominenten Knotenpunkte („Naben“, oder auch „hubs“) gezielt angegriffen, ist die Zerstörungskraft enorm. Wird eine kritische Zahl von Knoten entfernt, dann zerbricht ein solches System in winzige Inseln, die keinen Kontakt miteinander haben. Ein skalenfreies Netzt bricht zusammen, wenn zwischen 5 und 15 Prozent seiner Naben zerstört werden. Diese Erkenntnis ist nutzbar für Anwendungen, zum Beispiel für bessere Strategien zum Schutz des Internets gegen Computerviren, aber auch in der Medizin zur Eindämmung tödlicher Epidemien. Das Gleiche gilt auch für soziale Netze. Wissenschaftler der Universität in Boston und Stockholm untersuchten das Netz der Sexualkontakte zwischen Menschen und fanden auch hier eine Verteilung nach dem Potenzgesetz: Die meisten Menschen haben in ihrem Leben nur wenige Geschlechtspartner, einige wenige („die Naben“) dagegen Hunderte. Auch in der Biologie finden sich skalenfreie Netze, diese sind aber wesentlich abstrakter. Die Bildung von Naben lässt sich dabei durch das Wachstum und die Verknüpfungsvorliebe beschreiben. Ein Neuauftretender Knoten verbindet sich bevorzugt mit den vorhandenen, größeren Knoten. Das Ungleichgewicht steigt also weiter an. Dies erklärt also die Skalenfreiheit der Netze und das allgegenwärtige Vorkommen der Selbigen.
Zieht man aus den vorher beschrieben Kenntnissen einige Rückschlüsse für die Bildung einer Community, so ist es gerade bei der Gründung besonders wichtig, die so genannten „Naben“ zu entdecken und für sich zu gewinnen. Die Synergieeffekte führen zu einem schnellen Wachstumseffekt und sichern das Entstehen und Überleben eines neuen Netzwerkes. Die natürlich Gruppenbildung (clustering) scheint dabei dem Prinzip der Skalenfreiheit zu widersprechen, allerdings ist dies nicht zwingender maßen der Fall. Spätestens seit dem Bahnbrechenden Werk von Mark Granovetter aus den 70er Jahren, wird dieses Faktum unter Soziologen heiß diskutiert. Ein Netz kann sowohl weitgehend in kleinere Gruppen aufgeteilt sein, als auch skalenfrei sein. Dies geschieht dann, wenn winzige, eng verknüpfte Gruppen von Knoten sich zu größeren, weniger dicht vernetzten Haufen zusammenfinden.
Kritische Masse, Netzeffekt, dynamischer Zirkel
Für den Erfolg einer Community ist es essentiell notwendig, in möglichst kurzer Zeit eine große Zahl an aktiven Mitgliedern zu akquirieren. Ausschlaggebend sind hierbei die so genannte „kritische Masse“ und Netzeffekte. Als kritische Masse wird dabei die Anzahl der Nutzer bezeichnet, welche die Community für potentielle neue Nutzer ausreichend attraktiv macht, sodass Sie der Community beitreten. Hierbei wird ein Selbsttragender Penetrationsprozess in Gang gesetzt. Ab einer bestimmten Grenze bestehen also weit reichende Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, sodass sich neue Mitglieder wie von selbst akquirieren. Paradebeispiel hierfür ist das online Portal „StudiVZ“, die es in kürzester Zeit geschafft haben die kritische Masse zu erreichen und einen Mitgliederboom verzeichnen konnten. Die durchschnittliche Höhe der kritischen Masse liegt ca. bei 10 Prozent der erwarteten, potentiellen Nutzeranzahl. Gleiches gilt auch für Netzeffekte bzw. Netzwerkexternalitäten. Während herkömmliche Produkte und Dienstleistungen hauptsächlich einen originären Nutzen (also aus der Verwendung der Produkte) aufweisen, ist der Anteil von derivativem Nutzen bei Produkten mit Netzwerkexternalitäten hoch. Netzwerkexternalitäten bezeichnen jenen Anteil am Gesamtnutzen, der nicht von der eigentlichen Anwendung gestiftet wird, sondern endogen durch die Existenz eines Netzwerkes entsteht. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Telefon. Es stiftet dem Nutzer erst dann einen Nutzen, wenn min. eine weitere Person die er kennt ein Telfon hat. Gleiches ist bei virtuellen Communities der Fall. Dieser Fakt erhöht also Widerrum den Anreiz für weitere Interessenten, dem Netzwerk beizutreten. Mit steigender Teilnehmerzahl und Vielfalt der vorhandenen Informationen steigt auch der Nutzen für jeden individuellen Teilnehmer. Dem Gesetz der Kritischen Masse zufolge (Metcalfe’s Law) nimmt der Wert eines Netzwerkes sogar exponentiell mit der Anzahl der Teilnehmer zu.
Die Vorgänge in wachsenden virtuellen Communities werden im „dynamischen Zirkel“ nach Hagel und Armstrong näher erläutert. Hier wird anhand von vier Kreisläufen erklärt, wie ein Betreiber seine Community betreuen muss, um steigende Mitgliederzahlen zu generieren. Der Fokus liegt dabei auf kommerziell betriebenen online Communities, die einzelnen Cycles lassen sich aber auch auf ein allgemeines Niveau abstrahieren. Das Model soll an dieser Stelle näher erläutert werden :
Hagel/Armstrong (1997), net gain, expanding markets through virtual communities (S.49)
Im Mittelpunkt dieses Modells steht die Bestrebung danach, durch den Betrieb der Community einen steigenden Mehrwert zu schaffen. Ein Mehrwert kann dabei sowohl den Einnahmen des Betreibers entsprechen, als auch der Qualität und der Quantität des Community - Contents.
Zur Erreichung der laufenden Verbesserung und anhaltenden Dynamisierung helfen dabei vier Kreisläufe, die vom Betreiber beobachtet werden müssen. Zuerst ist die Attraktivität der Inhalte entscheidend. Je höher die Mitgliederanzahl ist, desto mehr Content wird in der Community geschaffen. Mit wachsender Vielfalt verbringen die User mehr Zeit in der Community, sind eher veranlasst eigene Inhalte beizusteuern und der Mehrwert steigt.
Ein Zweiter sehr wichtiger Punkt ist, die Mitglieder zur Loyalität zu bringen. Dies gelingt vor allem dadurch, indem der Betreiber die Interaktionen zwischen den Usern unterstützt.
Mit Hilfe von nutzvollen Angaben in Mitgliederprofilen erfahren die Mitglieder untereinander mehr voneinander und die Attraktivität der Interaktion steigt. Zusätzlich kann der Betreiber die gewonnen Informationen aus den Profilen dazu Nutzen, um die Community auf Interessen und Vorlieben der User auszurichten.
Hohe Mitgliederzahlen machen die Community außerdem für jene Anbieter interessant, welche Transaktionen über die Oberfläche abwickeln wollen.
Die Bedeutung der Anonymität
Ein zentrales Kennzeichen von virtuellen Gemeinschaften ist die weit reichende Anonymität im World Wide Web. Diese Anonymität ist vor allem durch zwei Merkmale gekennzeichnet, der Verschleierung von Identitätsmerkmalen und durch das Fehlen sozialer Hinweisreize. Vielfach sind die Kontakte in virtuellen Gemeinschaften anonym, mit Ausnahme offizieller Kommunikation oder dem Austausch in formalen Organisationen. Die realen Identitäten (Name, Titel oder andere Merkmale) der Teilnehmer können je nach Anwendung beliebig verschleiert werden. Oftmals ist anhand der gewählten Nicknames oder Fantasienamen keine Identifizierung der Mitglieder möglich. Eine weitere Besonderheit in virtuellen Umgebungen ist das Fehlen non- und paraverbaler Hinweise im Netz. Die Möglichkeiten einer direkten, verständnisbezogenen Rückmeldung sind also stark eingegrenzt, wodurch soziale Normen weniger bindend erscheinen. Eine gemeinsame Verständigungsbasis (common ground) bezüglich Wissen, Verständnis, Annahmen und Vorstellungen ist eine wesentliche Voraussetzung für Kommunikations- und Kooperationsprozesse.
Nutzen virtueller Communities für die User
Ein persönlicher Nutzen generiert sich für die einzelnen User durch die Teilnahme an einer unkommerziellen Community hauptsächlich aus zwei Faktoren. Einerseits aus den interessanten Informationen (je nach Art der Community) und andererseits durch das Gemeinschaftsgefühl bzw. den sozialen Kontakten. Die User können untereinander Wissen austauschen, oder aber einfach zusammen Spaß haben und kommunizieren. Entscheidend ist also, dass Communities den Fluss von Informationen, die Kommunikation untereinander und die Organisation der Netzwerke erleichtern. Aus eigenen Erfahrungen kann berichtet werden, dass auch die Ebene Kommunikation durch eine Community beeinflusst wird. Mittels elektronischer Kommunikation werden Barrieren auf ein sehr niedriges Niveau herabgesetzt. So spielt in solchen Netzwerken die natürliche Hürde der Kontaktaufnahme zu unbekannten Personen kaum eine Rolle mehr. Es ist viel leichter eine Nachricht zu verfassen und zu versenden, als persönliche Kontakt per Telefon oder anderen Kommunkationsmedien aufzunehmen. Die vorhandenen Informationen über die jeweilige Person unterstützten diesen Effekt ebenfalls und suggerieren dem Sender, dem unbekannten Empfänger unterbewusst schon näher zu stehen und zu kennen. Die Mitgliedschaft in einer Community schafft also ein Gemeinschaftsgefühl und erleichtert damit die Kommunikation. Es wird der Informationsaustausch mit Gleichgesinnten gefördert. Ein weiterer Nutzen ist die Selbstdarstellung. Selbiges Phänomen lässt sich auch in Blogs beobachten, indem die Nutzer ihre alltäglichen Erfahrungen der Öffentlichkeit präsentieren. Es scheint ein natürlicher Drang des Menschen zu sein, möglichst viele Personen an seinem Leben teilhaben zu lassen und Bekanntschaften zu schließen. Dies wird vor allem an den Beziehungsnetzwerken deutlich. Wer über viele persönliche Kontakte verfügt (Naben), scheint in der Gesellschaft ein höheres Ansehen zu haben, verfügt über mehr Macht und tendenziell über höheren Wohlstand. Ein Weiterer Nutzen ist die Kontaktaufnahme zu ehemals vorhandenen sozialen Kontakten, die im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Die online Plattform bietet also die Chance, die sozialen Bedürfnisse des Menschen zu decken. Dies sind vor allem vier Aspekte:
| Aspekt | Beschreibung |
| Interessen pflegen | Jeder Mensch hat verschiedene Interessen, virtuelle Communities tragen zu einer organisierten und effizienten Interessenbefriedigung bei. Dies kann bspw. durch die Bereitstellung von Information erfolgen. |
| Zwischenmenschliche Beziehungen | Das ganze Leben wird von sozialen Beziehungen und Kontakten geprägt. Menschen haben das Bedürfnis nach Austausch. Communities bieten eine von Ort und Zeit unabhängige Kommunikationsplattform. |
| Phantasie ausleben | Der Mensch strebt immer nach dem, was er nicht hat. Die Anonymität im Internet ermöglicht es einem jeden, Phantasien auszuleben, in andere Rollen zu schlüpfen, oder sogar andere Identitäten anzunehmen. |
| Abwicklung von Geschäften | In Communities ist ein gezielter Vertrauensaufbau möglich. Sie erleichtern daher die Anbahnung von Vertragsabschlüssen und den Aufbau von Loyalität. |
Quelle: Lenz, K. (2002): Virtuelle Communities – Die neue Geschäftsidee? S. 14
Voraussetzungen für virtuelle Communities
Psychologische Voraussetzungen
Für das Zustandekommen einer Gemeinschaft im Sinne einer Community sind Interesse, Eigeninitiative und Motivation potentieller Mitglieder unabdingbar.
Auch der Fortbestand einer Community im Laufe der Zeit ist davon der Bereitschaft und der Fähigkeit der beteiligten Personen abhängig. Sie müssen bereit sein, Zeit und Aufmerksamkeit, sowie Wissen und Erfahrung in die Gemeinschaft zu investieren, offen miteinander zu kommunizieren, sich stückweit selbst zu organisieren und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen.
Organisatorische Voraussetzungen
Mit organisatorischen Voraussetzungen sind grundlegende Rahmenbedingungen gemeint, welche notwendig sind, um eine Community in einer Organisation überhaupt aufbauen zu können. Dieser Punkt bezieht sich hauptsächlich auf Communities, die in einer Firma oder anderen Institution integriert werden soll, weniger für eine frei zugängliche Community für den Privathaushalt. Es ist jedoch wichtig, dass eine Community gesellschaftlich akzeptiert und anerkannt wird, wohlmöglich durch die Öffentlichkeit gefördert wird. In Organisationen muss dafür ein Machtpromotor vorhanden sein, der die Akzeptanz in der Führungsebene zusichert. Zwischen Organisationen besteht die Voraussetzung für das Bestehen einer Community ebenfalls darin, dass das Überschreiten organisationeller Grenzen toleriert oder gar gewünscht wird.
Technische Voraussetzungen
In diesem Abschnitt sollen keinesfalls die entsprechenden Hardwareressourcen aufgeführt werden, die ein Communitybetreiber besitzen sollte. Dieser Aspekt ist auch je nach Art und Umfang der gewünschten Umsetzung unterschiedlich. Als Grundvoraussetzung muss aber gelten, dass moderne Netzwerktechnologie vorhanden und nutzbar ist. Sowohl die Plattform für virtuell ablaufende Kommunikations- und Kooperationsprozesse, als auch Werkzeuge zur Repräsentation, zum Austausch und zur sozialen Konstruktion von Wissen müssen so beschaffen sein, dass Sie funktional und zielführend eingesetzt werden können. Des Weiteren müssen Sie dem Motto „as simple as possible“ (userfriendliness) folgen, um eine Zufriedenheit beim Nutzer zu schaffen, unnötige Nachfragen zu vermeiden und den Zeitfaktor so gering wir möglich zu halten.
Erfolgsfaktoren von virtuellen Communities
Die nun folgende Darstellung orientiert sich an den Gestaltungsprinzipien für virtuelle Communities nach Kim. Kim ist eine der Ersten Autoren, die auf der Basis ihrer persönlichen Erfahrungen im Aufbau von virtuellen Communities konkrete Gestaltungsprinzipien veröffentlicht hat. Sie gilt als internationale Koryphäe.
Definition und Kommunikation der Zielsetzung
Um erfolgreich virtuelle Communities zu initiieren, ist es enorm wichtig, zu Beginn ein konkretes Ziel zu definieren, welches durch den Bedarf der Teilnehmer entstanden ist. Dies kann in etwa gleichgesetzt werden mit der Formulierung einer Unternehmenskultur. Dieser Aspekt mag zunächst sehr banal klingen und dem Leser nahe liegen. Fakt ist aber, dass sich im Internet unzählige, verkommene Communities befinden, die an dieser Grundstatuierung gescheitert sind. Auch wenn das Ziel zu Beginn definiert wurde, kann es sich im Laufe der zeit verändern (Kulturinnovation). Im engen Zusammenhang mit der jeweiligen Zielsetzung steht der Nutzen einer Community, den die Nutzer erwarten können. Die Kommunikation der Ziele und des erwarteten Inputs und Nutzens, sind also wesentliche Aspekte um eine Community erfolgreich etablieren zu können. Die Mission und Vision der Community muss dabei klar definiert und kommuniziert werden. Eine amerikanische Community (www.fool.com), die sich an private Kapitalanleger wendet, bringt ihre Mission zum Beispiel durch folgende, simple Beschreibung zum Ausdruck: „ Unsere Aufgabe ist es, private Investoren zu informieren, zu amüsieren und zu bereichern.“ Zur direkten Kommunikation der Zielsetzung empfiehlt Kim (2000) die Verwendung von so genannten „Tags“. Tags sind kurze, prägnante Sätze, die das Ziel treffend beschreiben, z.B. StudiVZ, „Verzeichnis für Studierende“. Eine weitere Möglichkeit die Zielsetzung der Community offen und direkt an seine Nutzer heranzutragen ist es, die Entstehungsgeschichte zu erläutern. Dies kann auch zu der Bildung einer Community - Kultur führen. Zusammenfassend ist also die Definition und eindeutige Kommunikation der Zielsetzung von großer Bedeutung, insbesondere um den Neulingen eine Grundorientierung zu bieten und Erwartungshaltungen der Nutzer aufzufangen.
Schaffung von Community Räumen
Gleichgültig ob es sich um face-to-face Communities oder virtuelle Communities handelt, sie Mitglieder brauchen Orte, an denen sie sich problemlos treffen können. Bei virtuellen Communities werden die Orte durch die technischen Kommunikationskanäle beschrieben. Die wird zwischen asynchroner computervermittelter Kommunikation und synchroner computervermittelter Kommunikation unterschieden. Bei asynchroner Kommunikation gelangt die Botschaft mit zeitlicher Verzögerung zum Kommunikationspartner, da Sie meist aufgeschrieben und aufgezeichnet wird (z.B. E-Mails, Mailinglisten, Newsgroups). Bei synchroner Kommunikation besteht eine wechselseitige Kommunikationsverbindung zwischen Sender und Empfänger, d.h. die beteiligten Kommunikationspartner sind zur gleichen Zeit aktiv, wodurch eine Rückkopplung in Echtzeit ermöglicht wird (z.B. Chat, MUD). Wesentlich für den Erfolg einer virtuellen Community ist es, den geeigneten Interaktionsrhythmus zu finden. Dabei ist die Wahl der Kommunikationskanäle stark abhängig von dem Ziel und dem Praxisfeld der Gemeinschaft. Der am Häufigsten verwendete Interaktionskanal in virtuellen Communities ist heutzutage der der Newsgroups, d.h. die Teilnehmer einer Community tauschen sich über Foren auf einer Website aus. Der Austausch von Botschaften in Textform ist somit nach wie vor die vorherrschende Kommunikationsform in virtuellen Gemeinschaften. Der Nachteil ist, dass die Teilnehmer nur anhand der Beiträge sehen können, wer beteiligt ist. Nur die Autoren rücken in den Vordergrund. Die Personen die nur Lesen, sind weiterhin unsichtbar. Dies dürfte sich allerdings in naher Zukunft ändern, wenn die Technik in Bezug auf Sprach- und Videobotschaften sich weiterentwickelt hat. Es ist auf jeden Fall sinnvoll einen für alle Mitglieder zugänglichen Bereich zu definieren, aber auch die Möglichkeit zu schaffen, dass sich Untergruppen bilden und einen „privaten“ Communitybereich eröffnen. Zur Unterstützung der Treffen in den Community - Räumen gibt es mehre Möglichkeiten. So kann es durchaus sinnvoll sein die elektronische Form der Interaktion durch regelmäßige Events, wie z.B. Telefon- und Videokonferenzen, face-to-face Meetings oder anderen zu ergänzen. Eine weitere Möglichkeit die User an Ihre Teilnahme zu erinnern, sind so genannte „Push-Technologien“. Es gibt beispielsweise die Community mit der Homepage der einzelnen Teilnehmer zu verlinken und dort sie Community - News zu veröffentlichen. Dieser Vorgang wird „Newsfeed“ genannt und ermöglicht es den User über Ereignisse zu informieren, obwohl er die Seite nicht besucht. Weitergehend können „Subscriptions“ eingesetzt werden, die den User per Mail laufend über Neuigkeiten der Community informieren. Ähnlich verhält es sich mit dem weit verbreiteten Newsletter. Alle diese Vorgehensweisen verhindern die sich langsam einschleichende Inaktivität der Mitglieder. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass die Aktivität der Nutzer eine grundlegende Voraussetzung ist und eine Inaktivität den Tod einer Community bedeutet. Aufgabe des Betreibers ist es also die Inaktivität zu vermeiden und den User aktive am Geschehen der Community zu halten.
Profile der Community-Mitglieder
Insbesondere unter dem Hintergrund der mangelnden sozialen Präsenz der Mitglieder in virtuellen Communities ist die Entwicklung von Mitgliederprofilen besonders wichtig. Es schafft zum einen die Möglichkeit für die Mitglieder sich untereinander kennen zu lernen, zum anderen verschafft es dem Communitybetreiber wichtige Informationen über seine User. Ein User-Profil sollte vor allem Informationen über die Person selbst enthalten (Name, Alter, Interessen, Arbeitsgebiete, Arbeitsschwerpunkte, Bild, etc.) und über die Rolle der Person innerhalb der Community. Dieses Profil ist für die anderen Mitglieder der Community sichtbar, es wird als „Public-Profil“ bezeichnet. Zusätzlich gibt es noch ein „Personal-Profil“, welches nur vom Teilnehmer selbst einzusehen ist und persönliche Daten wie z.B. Passwort enthält. Das „System-Profil“ ist für den Systemadministrator sichtbar und enthält alle systemspezifischen Daten. Die Profile und die Informationen, welche die Mitglieder von sich Preis geben, können ein sehr hohes Kapital für die Community darstellen. Hierzu ist es wichtig, dass die Mitglieder Ihre Daten immer auf dem aktuellen Stand halten. Nur dann ermöglichen Profile z.B. das Auffinden von Personen mit ähnlichen Interessen oder spezieller Expertise. Letztlich sind die User-Profile einer Community vom Nutzen her mit den im Wissensmanagement weit verbreiteten Wissenskarten zu vergleichen.
Community-Umgangsformen
Die Entwicklung von Community - Umgangsformen bildet die Grundlage für den Umgang der Mitglieder untereinander. Die Etikette ist jedoch keinesfalls als starr vorgegebenes Regelwerk zu sehen. Es muss die Möglichkeit bestehen, auch im Laufe der Zeit Anpassungen vornehmen zu können. Die Etikette ist also als ein dynamisches Werk anzusehen. Auch hier soll wieder auf das „StudiVZ“ als Praxisbeispiel eingegangen werden. Die Community startet, ohne sich Gedanken über mögliche Konsequenzen bei Fehlverhalten zu machen. Die Mitglieder taten verbotene Sachen, die aber laut Communitybetreiber nicht explizit verboten waren. Das StudiVZ musste einige Tage von Netz gehen (wobei hier auch Sicherheitsrelevante Themen die Ursache bildeten). Als die Community wieder online ging, entwickelte man zusammen mit den Usern ein Regelwerk. Jeder Nutzer, der bestimmte Vorschläge umgesetzt haben wollte und sich über das Verhalten Anderer geärgert hatte, konnte nun aktiv an der Umsetzung der Regeln teilhaben. Aus dem dort entstandenen Verhaltenskodex, welcher auf ca. sechshundert Seiten an Beiträgen, Hinweisen, Vorschlägen, Kritik und Lob basierte, sind nach zwei Monaten intensivster Diskussion nun AGB’s geworden, an die sich jeder Nutzer zu halten hat. Vorher jedoch gab es reichlich öffentliche Kritik an der Community, die im Dezember 2006 fast das Aus von dem Online-Portals bedeutet hätte. Nun hat der Betreiber die Möglichkeit, Mitglieder bei Fehlverhalten von der Community auszuschließen. Anhand dieses Beispieles sieht man, wie wichtig festgelegt Umgangsformen in einer Gemeinschaft sind. Aus diesem Negativbeispiel wird eindeutig klar, dass ein Basis-Verhaltenskodex bestehen sollte, bevor eine Community online geht.
Hierzu sollte zunächst ein Dokument erzeugt werden, das die Basis-Etiketten der Community enthält (Erzeugen). Um den Community dann einen ernsthaften Charakter zu verleihen und die Entwicklung der Mikro-Kultur voranzutreiben, sollte die Etikette konsequent durchgesetzt werden (Durchsetzen). Im Laufe der Zeit ist dann die Weiterentwicklung der Etikette zwangsläufig notwenig, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Der Inhalt der Etikette sollte dabei nach Kim (2000) aus drei Aspekten bestehen: 1. rechtliche Fragen, z.B. bezüglich des intellektuellen Eigentums der Mitglieder, oder zu den Inhalten selbst, die der User in die Community einstellt. 2. Soziale Aspekte, beispielsweise der Umgang mit Kritik, Rückmeldungen oder Anregungen. Gerade eine Feed-back Funktion und ein gut funktionierendes Beschwerdemanagement sind essentiell, um Anerkennung bei den Mitgliedern zu gewinnen. 3. User Unterstützung, d.h. wie ein Nutzer den Support der Betreiber und seine Hilfefunktionen nutzen kann. Wie bei allen Regeln ist es wichtig, dass diese streng eingehalten werden und von wichtigen Mitgliedern (LeadUsern) konsequent vorgelebt werden.
Community-Rituale
In einer gut funktionierenden Community entwickelt sich mit der Zeit eine eigene Kultur aus. Dies passiert in face-to-face Gemeinschaften meist von selbst. In virtuellen Communities bedarf es dazu einiger Instrumente. Begrüßungsrituale für Neumitglieder sind eine häufig gewählte Form des Rituals in virtuellen Communities. Diese reichen von Einträgen in Willkommensforen, bis hin zu persönlichen E-Mails von der Communitiy - Leitung. Geburtstage, Jahrestage und Feiertage bieten die Möglichkeit zur Ausbildung von gemeinsamen Ritualen. Gerade Aktionen zu den Feiertagen wie Weihnachten, Ostern oder Fasching bieten die Basis für die Integration gemeinsamer Rituale in den Community Alltag und halten den User bei Laune.
Herausbildung von Nutzer- und Leitungsrollen
Ein weiterer Erfolgsfaktor für das Bestehen einer Community bildet die Herausbildung von Nutzer- und Leistungsrollen. Die Entwicklung sozialer Rollen ist zumal ein Aspekt, der die soziale Struktur einer Community nachhaltig prägt. Die sozialen Rollen halten die Community zusammen. Dabei entwickeln sich in virtuellen Communities eine Reihe unterschiedlichster Rollen, die sich in einem langfristigen Prozess in der Gemeinschaft etablieren. Community Experten gehen davon aus, dass nur 10 Prozent der Gemeinschaft an dem Community Leben aktiv teilnehmen. Dieser Kern an aktiven Mitgliedern wird als Kerngruppe bezeichnet. Die Kerngruppe hält die Community am Leben und erzeugt ständig neuen Content. Das Prinzip der schweigenden Mehrheit:
Quelle: Kim, A. J. (2000). Community building on the web. Secret strategies for successful online communities. Berkeley: Peachpit.
Die Personen, die sich im Hintergrund halten und oft nur unentdeckt in der Community agieren, werden als „Lurkers“ bezeichnet. Sie begnügen sich zumeist mit dem Lesen von Artikeln. Die Gruppe der Lurkers setzt sich aus Neumitgliedern („Novices“), Gästen und passiven Mitgliedern zusammen. An dieser Stelle sollen die fünf User-Rollen nach Kim (2000) erläutert werden:
| Visitors: | Gäste oder Besucher, die keinen dauerhaften Zugang zur Community besitzen. Sie haben kein Account und/oder Profil. |
| Novices: | Neue Mitglieder, die erst in die Gemeinschaft hineinwachsen müssen, um eine entsprechende Rolle einzunehmen. |
| Regulars: | Etablierte Mitglieder der Gemeinschaft, die schon länger an den Community - Aktivitäten teilnehmen. |
| Leaders: | Freiwillige und unterstützende Personen, die die Community am Leben halten und auch einige organisatorische Dinge übernehmen. |
| Elders: | Langfristige Mitglieder die Ihr Expertenwissen mit den anderen teilen und die Kultur der Gemeinschaft weitergeben. |
Quelle: Kim, A. J. (2000). Community building on the web. Secret strategies for successful online Communities. Berkeley: Peachpit.
Die Herausbildung der Rollen ist keineswegs als starr anzusehen. Vielmehr ist dies ein dynamischer Prozess, der in gewisser Weise vom Betreiber gesteuert werden kann und sollte. Im Optimalfall entwickelt sich ein Visitor zum Novice und tritt in die Community ein. Nun muss durch Integration des Neumitglieds versucht werden, Ihn zu einem Regular zu entwickeln. Je nach Interessenslage und Motivation des Users kann er sich im Laufe der Zeit dann zu einem Leader herauskristallisieren. Hat er als Leader einige Zeit Erfahrungen gesammelt, ist es an der Zeit anderen Nachkömmlingen Platz zu machen, aber weiterhin die Kultur der Community als Aushängeschild zu prägen. Das Mitglied nimmt die Rolle des Elders ein.
Eine konsequente Anwendung dieses Schemas zeigt sich z.B. in der Community und ersten Online-Wochenzeitung für Studenten „focus-campus“ Hier haben sich nach dem Go-Live im Oktober 2006 sehr schnell die ersten Leader der Community ausgebildet. Diese tragen nun den Status eines „Junior-Admins“ und werden von der Redaktion aktiv ins geschehen eingebunden.
Neben den Rollen welche die User einnehmen, sollte eine Community mehrere verschiedene Administratoren haben, die verschiedene Leitungsrollen einnehmen. Der Betreiber sollte alle dieser Rollen durch mindestens einen Mitarbeiter besetzen, wobei nicht auszuschließen ist, dass ein Mitarbeiter mehrere Rollen in Personalunion ausüben kann.
Auch hier sollen die verschiedenen Leitungsrollen nach Kim (2000) näher erläutert werden:
| Support Provider: | Beantwortet insbesondere technische Fragen zur Community. |
| Host: | Kümmert sich darum, dass die zentralen Aktivitäten der Gemeinschaft funktionieren (Diskussionen, etc.). In kommunikationsorientierten Gruppen fungieren die Hosts als Moderatoren. |
| Greeter: | Begrüßen hauptsächlich die Neumitglieder, kümmern sich um deren Akquisition und weisen Sie in die Community ein. |
| Cop: | Kümmert sich um die Einhaltung der Regeln (Etikette), nimmt Beschwerden entgegen und beseitigt Störenfriede. |
| Event Coordinator: | Plant und koordiniert einmalige und reguläre Events. |
| Merchant: | Kümmert sich um die finanziellen Ressourcen der Community, sorgt für Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoren. |
Quelle: Kim, A. J. (2000). Community building on the web. Secret strategies for successful online Communities. Berkeley: Peachpit.
Organisches Wachstum
Erfolgreiche, auf langfristigen Erfolg ausgerichtete Communities, beginnen normalerweise klein, aber sehr zielorientiert. Erst im Laufe der Zeit wachsen Sie vor dem Hintergrund der Bedürfnisse der Teilnehmer organisch. Kim (2000) drückt die Bestrebung nach kontinuierlichem Wachstum und möglichen Fehlern zu Beginn folgendermaßen aus: „ As a Community Designer, one of the most damaging mistakes you can make is to over-design your community up front…“. Die Möglichkeiten zur schnellen Veränderung sind wichtig für ein lebendiges Wachstum einer Online - Community. Diese Flexibilität bedarf vor allem ausreichend finanzieller Ressourcen. Das organische Wachstum einer virtuellen Community drückt sich auch in der Entwicklung von Subgruppen zu spezifischen Themen aus. In diesen von der Allgemeinheit abgegrenzten Bereichen entwickeln sich zumeist schneller entsprechende persönliche Beziehungen, die der gesamten Community zugute kommen. Der Vertrauensaufbau wird dabei durch die Intimität und dem gemeinsamen Interesse in diesen Untergruppen bestärkt. Je größer die Community wird, desto wichtiger ist die Etablierung von kleineren Gruppen. Hier sei nochmals auf die Erkenntnisse der Kleingruppenforschung hingewiesen, die bereits zu Beginn dieser Arbeit ausreichend dargestellt wurden. Ein stetiges Wachstum ist auch in Bezug auf die technischen Ressourcen sehr wichtig. Wächst die Community zu schnell, so kann es passieren, dass die Serverkapazitäten nicht ausreichen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dies kann nur durch eine effektive Planung der Kapazitäten abgepuffert werden. Ansonsten wird der User die Community aufgrund von technischen Mängeln meiden und die Konsequenzen können fatal sein.
Lebenszyklus einer virtuellen Community
Die in den vorherigen Abschnitten definierten Erfolgsfaktoren können in einen Lebenszyklus eingebettet werden. So wie ein Lebenszyklus für ein bestimmtes Produkt definiert werden kann, so kann dieses auch für eine virtuelle Community getätigt werden. In den einzelnen Phasen kommt es zu typischen Problemen, die an dieser Stelle näher erläutert werden sollen. Die Startphase einer Online Community ist davon geprägt, das technische System in Betrieb zu nehmen und zu einem sozialen System auszubauen. Hier werden die Ziele definiert (5.i) und Regeln ausgearbeitet (5.iv), um die benötigten Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Weiteren wird der Gründungs - Content produziert und Werbemaßnahmen getätigt um die ersten Mitglieder zu akquirieren. Hier ist der Zeitpunkt um auftauchende Fragen zu beantworten und ggf. Nachjustierungen durchzuführen. In dieser Anfangsphase ist die Community sehr empfindlich gegen Störenfriede (sog. Trolle). Es ist daher enorm wichtig, dass der Gründer Teilnehmer mit destruktiven Absichten frühzeitig erkennt und ihre Absichten durch maßvolles Gegensteuern wirkungsvoll entschärft. Erfolgt keine Reaktion, so wenden sich andere Mitglieder frustriert ab. Eine Überreaktion kann ähnliches bewirken. In der nachfolgenden Phase wird die Gemeinschaft stärker. Die User legen nach und nach Ihre Unsicherheit ab, verwachsen mit den technischen Anwendungen und beginnen Vorteile aus der Community zu ziehen. Sie betrachten die Community zunehmend als Ihr Eigentum und beginnen Ansprüche zu stellen. Dies kann z.B. in Form von Mitbestimmung geschehen. Die Produktion des Content, die Kontaktaufnahme mit den Gästen und die Verteidigung der Kultur ist nicht mehr vorwiegend Aufgabe des Betreibers. Es Bedarf der Ausbildung von Nutzerrollen (5.vi). Je aktiver die Gemeinschaft wird, desto mehr kann sich der Betreiber auf die Rolle eines normalen Teilnehmers in Form eines Leaders bzw. Elders zurücknehmen (primus inter pares). Allerdings kann es mit dem Erreichen von Zielen oder nach dem Auftauchen von neuen Zielsetzungen zu neuen Zielen zu einer Desorientierung oder Spaltung der Community kommen. Beim so genannten „Forking“ spaltet sich die Gemeinschaft unter Beibehaltung der Ziele. Es liegt also ein klares Führungsproblem vor. Beim so genannten „Exodus“ bildet sich aus einem Teil der Gemeinschaft eine abgespaltete Fraktion aus, die neue Zielsetzungen verfolgt. Beides ist für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Community enorm schädlich. Auch hier gilt es, die Krise frühzeitig zu erkennen und den Schaden zu minimieren. Die weitere Entwicklung wird von vielerlei Faktoren beeinflusst, die durchaus auch in Offline - Communities eine große Rolle spielen. Faktoren wie die Größe der Zielgruppe, die Attraktivität des Ziels, den Umweltfaktoren, den finanziellen und menschlichen Möglichkeiten und vieles andere mehr.
DAS WIKI PHAENOMEN
Erfolgsfaktoren einer Wiki
Die entscheidende Frage die sich bei der Betrachtung des Phänomens eines Wikis entsteht ist, wieso dieses Prinzip der online Zusammenarbeit funktioniert. Um die Frage ein Wenig zu präzisieren soll im folgenden Kapitel die Frage geklärt werden, wieso und unter welchen Umständen Menschen in Wiki - Projekten kooperieren, ohne dabei einer zentralen Kontrollinstanz und externen Einfluss unterstellt zu sein. Grundelement bildet sicherlich die enorme Gruppendynamik, deren Erfolgsfaktoren nun näher dargestellt werden sollen.
Spielerische Atmosphäre
Der erste hier zu nennende Faktor, welche die Zusammenarbeit über eine Wiki - Plattform so erfolgreich macht, ist die spielerische Atmosphäre. Spaß an der Arbeit und freiwillige, spielerische Beteiligung der Teilnehmer sind Grundlage für selbst organisierte Prozesse. In solch einer Umgebung ist es möglich, dass sich die kreativen, sozialen und praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse eines Jeden besonders gut entfalten. Der Motivationsfaktor ist besonders hoch, wenn der Autor für ein großes, anerkanntes Thema einen Beitrag verfasst, oder sein Gedankengut in Form von Kommentaren oder nachträglichen Änderungen beisteuert. Aber auch weniger attraktive, notwendige Arbeit wird getätigt, wenn Sie von den Teilnehmern registriert wird.
Flache Hierarchien
Auch flache Hierarchien sind maßgebend für den Erfolg von selbst organisierten und kreativen Gruppenprozessen. Die Verantwortung für diesen Prozess wird dabei vollkommen auf diejenigen Individuen übertragen, die den Prozess vorantreiben und am Leben halten. Die Verantwortungen sind dabei so weit es irgendwie möglich ist, in den Planungs- und Kontrollprozesses der Content - Erstellung eingebunden. Neuere, verfahrenstechnische Erkenntnisse für die Organisation von Gruppen-Events, legen einen sehr hohen Wert auf die Zuteilung der Zielausarbeitung und die Verantwortung der Content - Erstellung auf die am Prozess beteiligten Personen. Die Notwendigkeit von flachen Hierarchien in Wiki - Projekten wird vor allem an dem Einfluss deutlich, den die Teilnehmer durch Ihre Verlinkung des Content auf die organisationalen Strukturen besitzen.
Intrinsische Motivation
Der interne Druck und der innere Wille der aktiven Teilnehmer eigene Probleme zu lösen oder anderen Usern bei der Lösung Ihrer Probleme zu helfen, bildet den Motor und das Getriebe der Wiki zugleich. Der Autor eines Artikels wird stets um die Aktualität und der Qualität seiner verfassten, oder von ihm veränderten Artikel bemüht sein. Der Schöpfergeist des Menschen schafft Hingabe, Engagement und zugleich Motivation. Fehlerhafte und Unvollständige Texte bleiben dabei solange unbearbeitet, bis jemand anderes die Notwendigkeit empfindet, die Fehler zu beseitigen. Wichtig dabei ist, dass der Fortschritt und die Veränderungen sichtbar gemacht werden.
Ein einfaches System und einfache Regeln
Der größte Feind für selbst organisierte Gruppenprozesse ist die Passivität. Deswegen sind einfache Systeme, einfache Regeln und simple technische Anwendungen ein muss für jede Wiki - Plattform. Jede potentielle Hürde für weniger motivierte Nutzer, stoppt den Gruppenprozess einer Online-Anwendung dramatisch. Es Bedarf also nur einer handvoll Grundregeln, die den Vandalismus eingrenzen und den Verhaltenskodex festlegen. Auch technische Hürden sind durch simple Implikationen aus dem Weg zu räumen, um den dynamischen Gruppenprozess in keinerlei Weise auch nur ansatzweise negative zu behindern.
Freier Zugang
Freier Wille und offener Zugang sind entscheidende Eckpfeiler für die Motivation in selbst organisierenden Prozessen. Der Erfolg des „Bazar-Prinzips“ und der Wiki - Philosophie ist, dass die Diskussionen von Vornherein aus Expertendebatten und aus Kreisen von angeblichen Spezialisten fern gehalten werden. Dieses Faktum erzeugt Transparenz, Motivation und Leistungsanreiz. Eine große Anzahl an Teilnehmern beim Aufbau der Wiki, welche das System testen, ist ebenfalls ein guter Weg um Fehler im System zu identifizieren. Dadurch wird das gesamte System stabiler, kann schneller an spezifische Gegebenheiten angepasst werden und gewinnt an Attraktivität bei den Nutzern. Die Integration von neuen Nutzern wird dadurch erleichtert, dass die Änderungen am vorhandenen Browser stattfinden und der Benutzer keine spezifische Software oder Kenntnisse benötigt. Er bekommt so einen schnellen Zugriff zur bestehenden Gemeinschaft. Hier sei nochmals die Erkenntnis aus der Gruppensoziologie erwähnt, dass gerade die Anfangsphase nach der Akquisition sehr entscheidend ist für die Entwicklung der Mitgliederbeteiligung. Offenheit und gegenseitiges Vertrauen sind gerade trotz unumgänglicher Konflikte sehr essentiell.
Vielfältigkeit der Teilnehmer
Die Vielfältigkeit von Erfahrungen, sozialen Hintergründen und vor allem von Wissen bildet die Basis für kreative Prozesse. In Wiki - Plattformen wird jeder User von Beginn an als Experte anerkannt. Das Wissen und die Motivation der Individuen sind grundlegend um das Ziel der Gemeinschaft zu erreichen. Jeder bekommt die Chance in seinem Maße zu einem Gesamtergebnis beizutragen. In welchem Maße dies stattfindet, hat ebenfalls Einfluss auf den Grad der Vielfältigkeit in der Gemeinschaft, die Rolle und den Typ in der Wikipedia. Auf dem 21. Kongress „Chaos Community“ in Berlin hat Jimmy Wales einige Nutzertypen deklariert, die sich an dem Spektrum von Wikipedia orientieren. Fünf Typen davon sollen an dieser Stelle näher erläutert werden: Den ersten Typ beschreibt Wales als „Bees“ (Bienen). Diese Teilnehmer haben einen großen Anteil an der Performance der Wikipedia. Wie die fleißigen Arbeitsbienen in einer Kolonie, üben Sie die wichtigen Arbeiten aus und sichern den Bestand und die Fortentwicklung in Qualität und Quantität. Nichtsdestotrotz bilden Sie die am Geringsten anerkannte Gruppe. Sowohl Generalisten als auch Spezialisten sind in dieser Gruppe enthalten. Sie liefern sowohl wichtigen Content, lesen Artikel auf Fehler oder kontaktieren deren Autoren.
Den zweiten Typus bilden nach Wales die „Sock puppets“ (Strumpf Puppe). Diese Gruppe beinhaltet Nutzer, die Ihre Artikel unter mehr als einem Account bzw. Nutzernamen veröffentlichen. Hierfür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Einige versuchen dadurch Ihre Privatsphäre zu sichern, andere versuchen der Gemeinschaft damit zu schaden und das gegenseitige Vertrauen zu erschüttern. Sie manipulieren Abstimmungen und schaden der Gemeinschaft dadurch, dass Sie die Grundsäule der gemeinsamen Content - Erstellung untergraben.
Einen dritten Typ deklariert Wales als die „Judges“ (Richter). Ihre Aufgabe und Ihr Handeln sind relativ offensichtlich. Sie agieren als Schlichter und Mediatoren in Konfliktsituationen und treffen anerkannte Entscheidungen. Sie organisieren Umfragen und erarbeiten Lösungsvorschläge, um die Gemeinschaft voran zu bringen.
Eine weitere Gruppe bilden die „Moths“ (Motten, Nachfalter). Zieht man die Analogie zur Natur, so wird klar, dass Motten sich immer im Bereich von Lichtquellen und offenen Feuern aufhalten. Sie suchen quasi den offenen Konflikt mit anderen Mitgliedern und halten sich instinktive dort auf, wo es hitzig wird. Dies generiert bei den anderen Mitgliedern durchaus einen negativen Ruf. Allerdings sieht Wales den natürlichen Drang dieser Personen nach Konflikten nicht zwingender maßen als destruktiv an. Je nach dem wie die Gemeinschaft mit Konflikten umgeht, kann dies auch zu aktiven Fortschritt und Weiterentwicklung führen.
Die wohl schädlichste Gruppe bilden die „Vandals“ (Vandalen). Sie sind ein allgegenwärtiges Problem in virtuellen Gemeinschaften und von jedem Betreiber gefürchtet. Sie zerstören vorsätzlich den mühevoll erstellten Content von anderen Mitgliedern. Sie stellen allerdings einen weitaus geringeren Anteil an der Gemeinschaft dar, als von vielen vermutet. Das Problem des Vandalismus wird nochmals im nächsten Abschnitt aufgegriffen.
Grenzen der Wiki Philosophy
Vandalismus
Der Einfluss von Vandalen auf das Fortbestehen und die Entwicklung der Gemeinschaft wurde schon einmal kurz angesprochen. In Open Content Projekten kommt sehr schnell immer eine entscheidende Frage auf: Kann ich den anonymen Autoren der Artikel vertrauen? Wer garantiert mir, dass es sich um seriöse Quellen handelt, auf die ich mich verlassen kann? Gerade die Verantwortlichen der Online Enzyklopädie Wikipedia können davon ein Lied singen. Die Zweifel an der Qualität von Wikipedia sind fast so alt wie die Online-Enzyklopädie selbst. Ein Lexikon, in dem jeder dahergelaufene Internetnutzer Texte munter ändern und löschen kann - dem soll man trauen? Spektakuläre Fälle mit böswillig veränderten Artikeltexten hatten das Mitmachprojekt wiederholt in Misskredit gebracht. Die Artikel werden, anders als bei der Encyclopedia Britannica oder dem Brockhaus, nicht von einem Expertengremium geschrieben und kontrolliert, sondern von jedem Surfer, der Lust dazu hat. Wie groß die inhaltlichen Mängel von Wikipedia - Artikeln unter Umständen sein können, zeigt der Fall des renommierten US-Journalisten John Seigenthaler. Er war in der englischsprachigen Wikipedia monatelang fälschlicherweise mit der Ermordung von John F. Kennedy in Zusammenhang gebracht worden. In dem Artikel über Seigenthaler stand die Behauptung, er habe früher einmal im Verdacht gestanden, in die Ermordungen von John F. Kennedy und Robert Kennedy verwickelt gewesen zu sein. In einem anderen Fall hatte der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry den Eintrag zum Thema "Podcasting" bearbeitet - den Vorwürfen seiner Kritiker zufolge in eigenem Interesse. Curry gilt selbst als Pionier der zum Download angebotenen Radioprogramme für MP3-Player. Durch seine Änderungen versuchte er aber angeblich Mitstreitern auf diesem Gebiet ihren Ruhm zu nehmen. Der Vandalismus kann dabei in Systemen mit hoher Besucheranzahl schneller entdeckt werden. Solche Systeme erscheinen stabiler, als Selbige mit geringen Teilnehmerzahlen. Die Selbstkontrolle der Gemeinschaft funktioniert dort nicht sehr gut und gerade in der Anfangsphase von Projekten ist eine Plattform daher sehr anfällig gegenüber solchen Attacken. Ist die Validität der Daten gefährdet, so ist auch der erfolgreiche Aufbau einer Gemeinschaft gefährdet. Einer Statistik von IBM besagt, dass Versuche von Vandalismus auf Wikipedia innerhalb von bereits fünf Minuten entdeckt und daraufhin beseitigt werden. „We were surprised at how often we found vandalism, and then surprised again at how fast it was fixed.“
Selbstdarstellung, Trolle
Ein besonders großes Problem in Wiki - Projekten bilden die so genannten „Attention-Seekers“. Sie nehmen nicht konstruktiv, sondern destruktiv an dem Gemeinschaftsleben teil. Sie provozieren andere Mitglieder und zeigen keinerlei Anzeichen von Kooperationswillen. Sie werden auch als „Trolle“ bezeichnet. Viele derartige Diskussionsteilnehmer „trollen“ aus purer Lust am Destruktiven. Die Trolle selbst sehen sich dagegen oft als Warner, die auf gekonnt subtile bis provokante Art auf gesellschaftliche Missstände hinweisen und Internet-Foren vor dem Überhandnehmen einer aus ihrer Sicht Meinungsübermacht bewahren wollen. Es muss also präventiv versucht werden, diese Personen vom Key Content fern zu halten und auf Diskussionen außerhalb des Kernwissens zu beschränken. Sind die Trolle identifiziert, so muss unter Umständen der User gesperrt werden. Besonders Foren, die Besucher verschiedener Altersgruppen und Gesellschaftsschichten beherbergen und allgemeine und nicht fachbezogene Themen anbieten, sind das häufigste Ziel von Trollen und Troll-Diskussionen, da in den betreffenden Foren häufig eine gemeinsame Basis zur Einschätzung von Verhalten in Beiträgen fehlt. Die hitzigen und Langandauernden Diskussionen, die nicht selten auch von Beschimpfungen und Beleidigung geprägt sind, gefährden das konstruktive fortbestehen der Plattform und fördert Polarisation und Gruppenbildung.
Qualitätssicherung
Es wird also eindeutig, dass gewisse Kontrollinstanzen und Konfliktlösungsmaßnahmen unvermeidlich sind um das Qualitätsniveau hoch zu halten. Hierzu gehört es auch, die verfassten Artikel auf Objektivität zu prüfen. Dadurch, dass jeder User einen Artikel verfassen kann und dabei selbst entscheidet, wie dies zu geschehen hat, findet man oftmals auch subjektive Darstellungen in Wikis. Der „Natural Point of View“ rückt dabei meist in den Hintergrund. Manche Nutzer der Plattform Wikipedia fordern eine Regel, nach der unmittelbar mit einem Thema befasste Autoren nicht darüber schreiben dürften, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Gründer Wales sagte dazu: "Wir haben so eine Regel nicht, weil sie zu schwer durchzusetzen wäre, und außerdem wäre das vielleicht gar keine gute Idee." Schließlich wolle man nicht ausgerechnet die Experten in einem Gebiet ausschließen. Auf der internationalen Konferenz "Wizards of OS 4" (14.-16. September 2006 in Berlin), wo unter anderem auch das Thema der Qualitätssicherung bei "Open - Content - Projekten" im Fokus der Referenten stand, stellte Martin Haase vom deutschen Wikipedia e.V. die Pläne zur Qualitätsverbesserung von Wikipedia - Artikeln vor. So soll die Möglichkeit zur anonymen Bearbeitung von Artikeln eingeschränkt werden, bis hin zu stabilen Versionen von Beiträgen. Es wird in Zukunft die Möglichkeit geben, die Autoren von Textabschnitten namentlich kenntlich zu machen ("attribution"). Bereits bekannt sei die Kategorisierung von Artikeln in "normale Artikel", "gute Artikel" und "exzellente Artikel", die dem Leser die unterschiedlichen Qualitäten signalisieren sollen. Auch ein Begutachtungsprozess, ähnlich wie bei klassischen Wissenschaftspublikationen, sei eine Option für die Zukunft. Ein praktisches Problem sei allerdings, so Martin Haase, der Mangel an geeigneten Fachleuten. Am Ende der Veranstaltung scheint es zu dem Thema „Qualitätssicherung“ einen gemeinsamen Nenner unter den Experten zu geben: Ein völlig offenes Wiki ist kein geeignetes System, um qualitativ hochwertige, verlässliche Inhalte zu produzieren. Auch die Wissensgesellschaft braucht Regeln, die durchgesetzt werden müssen. Umso wichtiger erscheint also die konsequente Ausarbeitung, Kommunikation und Ausübung einer Etikette. Unabhängig davon müssen aber unter Qualitätsaspekten einige Abstriche gemacht werden. Eine Open - Content Plattform, wie es die Wikipedia bildet, kann keine qualitativ hochwertige und wissenschaftliche Literatur ersetzen, ohne einen komplexen und aufwendigen Kontrollmechanismus zu integrieren. Dieser allerdings würde den Projekten seinen Charme und die Dynamik nehmen.
WISSENSMANAGEMENT IN VIRTUELLEN COMMUNITIES
Nachdem die Erfolgsfaktoren und Hintergründe von virtuellen Communities und Wikis erläutert wurden, wird im Folgenden die Bedeutung von Wissen und Wissensmanagementprozessen erläutert und in den Zusammenhang mit Communities of Knowledge gebracht.
Die Ressource Wissen
Das Zeitalter der Informationsgesellschaft ist längst eingeläutet. Mehr als je zuvor ist die Ressource „Wissen“ und nicht mehr Arbeit und Eigentum in unserer Gesellschaft Grundlage und Richtschnur für Erfolg. Der Spruch „Wissen ist macht“ ist spürbarer geworden. Viele Unternehmen reagieren darauf, indem Sie sich verstärkt mit Wissensmanagementprozessen auseinandersetzen. Wissensmanagement kann dabei als ein Konzept verstanden werden, nach dem ein Unternehmen sein relevantes Wissen ziel und zukunftsorientiert als Wertsteigernde Ressource behandelt. Die Kunst dabei ist es, das vorhandene Wissen zu Orten und dorthin zu leiten, wo es gebraucht wird. Seinen hohen Wertbeitrag entfaltet das Wissen allerdings erst, wenn es frei zugänglich ist. Diesbezüglich unterscheidet man explizites und stilles Wissen. Explizites Wissen ist greifbares und dokumentiertes Wissen. Stilles Wissen befindet sich zumeist noch in den Köpfen der Menschen. Ziel des Wissensmanagements ist es, beide Formen nutzbar und frei zugänglich zu machen. Als „Marktplatz“ können dabei virtuelle Räume wie Communities dienen. Der große Unterschied zwischen Wissen und physischen Waren ist dabei, dass das Wissen beliebig oft teilbar ist und durch den Austausch vermehrt wird. Nach einem erfolgreichen Wissensaustausch besitzen also sowohl der Wissensträger, als auch der Nachfrager über das ausgetauschte Wissen.
Bausteine des Wissensmanagaments (nach Probst)
Das Wissensmanagementmodell nach Probst besteht aus sechs Kernbausteinen und zwei Nebenbausteinen. Die Kernbausteine folgen keiner vorgegebener Hierarchie und sind alle miteinander verknüpft. Es herrschen also Interdependenzen zwischen den einzelnen Schritten.
Der erste hier beschriebene Kernbaustein ist die Wissensidentifikation. Die Wissenidentifikation kann laut Beinhauer nur bedingt kolloborativ in einer virtuellen Gemeinschaft erfolgen. Die Identifikation von Wissen bedeutet dabei die Schaffung von Transparenz über internes und externes Wissen. Insbesondere geht es um die Analyse und Beschreibung von Wissen in der Organisation und im Wissensumfeld. Intransparenz entsteht durch Dezentralisierung, Globalisierung, Lean Management, Restrukturierung und Fluktuation.
Der zweite Baustein ist der Wissenserwerb. Beim Wissenserwerb geht es um den Import von Wissen aus externen Quellen. Das Erwerben von Wissen kann durch mehere verschiedene Aktivitäten erreicht werden. Zu Ihnen zählen der Erwerb von Wissen externer Wissensträger (Rekrutierung, externe Berater), der Erwerb von Wissen anderer Unternehmen (Kooperationen jeglicher Art, Product links, Knowledge links), der Erwerb von Stakeholderwissen (Kunden, Lieferanten) und der Erwerb von Wissensprodukten. Diese Prozessbaustein kann durch virtuelle Gemeinschaften wesentlich unterstützt werden, indem Mitglieder Daten, Dokumente, sprich Ihr Wissen, der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Hizu kommt die Möglichkeit von anderen Teilnehmer zu reagieren und den Content zu kommentieren oder zu ergänzen. Aufgrund der interorganisationalen Struktur der Mitglieder einer Community ensteht so eine integrierte, inerdisziplinäre und organisationsübergreifende Wissensbasis.
Der dritte Baustein ist die Wissensentwicklung. Die Wissensentwicklung ist als komplementärer Baustein zum Wissenserwerb zu sehen, bei dem die Produktion neuer Fähigkeiten, Produkte, neuer und besserer Ideen sowie leistungsfähigerer Prozesse im Mittelpunkt steht. Dabei entstehen Innovationsbarrieren, welche die Entstehung und Förderung neuen Wissens behindern können. Schlüsselbereiche für die kollektive Wissensentwicklung sind Kommunikation, Transparenz und Integration. Es geht dabei also um das Nautzbarmachen von existierndem Wissen für spezifische Problemstellungen. Eine virtuelle Community bietet Ihren Mitgliedern zum einen die technischen Voraussetzungen für kreative, kommunikative Prozesse, zum anderen bilden sich durch die Fokussierung von Interessen gemeinschaftsinterne Kompetenzzentren, in denen ein perfektes Umfeld herrscht um Gedanken auszutauschen und Wissen weiterzuentwickeln.
Der vierte Kernbaustein ist die Wissenverteilung. Unter Wissensverteilung ist ist zwingende Voraussetzung zu verstehen, isoliert vorhandenes Wissen der gesamten Organisation zur Verfügung zu stellen. Sie kann sich entweder durch zentral gesteuerte Verteilung auf eine festgelegte Gruppe oder auf Mitteilen von Wissen unter Individuen beziehen. Die Aufgaben sind dabei primär die Multiplikation von Wissen, die Sicherung und Teilung von gemachten Erfahrungen und ein simultaner Wissensaustausch, der direkt zu Wissensentwicklung führt. Durch Angaben in den Benutzerprofilen der User einer Community lassen sich Benutzergruppen nach Interessensschwerpunkten zusammenstellen und dadurch Informationen selektiv zuteilen.
Unter Wissensnutzung ist der produktive Einsatz von organisationalem Wissen zu verstehen. Wissensmanagement muß einen Kontext schaffen, in dem Wissensnutzung erleichtert wird und tatsächlich stattfinden kann, da eine Reihe von Barrieren existieren. Zur Erreichung der Nutzungsorientierung sollten in allen Bausteinen die Bedürfnisse der Nutzer bedacht werden. Dieser Teilprozess kann durch virtuelle Gemeinschaften nur bedingt unterstützt werden. Wie das kolloborative Wissen von einem Mitglied genutzt wird, hängt von den Individueen ab, nicht von der Gemeinschaft. Die Unterstützung, welche eine Community hier geben kann, ist die benutzerfreundliche und einheitliche Aufbereitung des Content, um die Nutzungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Wissen muss einfach („easy to use“), zeitgerecht („up to date“) und anschlussfähig („ready to connect“) erzeugt werden. Die Wissensbewahrung bildet den letzten Kernbaustein. Die Bedeutung des organisatorischen Gedächtnisses steht im Zentrum dieses Bausteins und bildet ein System von Wissen und Fähigkeiten, das gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt als Grundlage für neues Wissen abgerufen werden kann. Zur Wissensbewahrung sind die Prozesse der Selektion, Speicherung und Aktualisierung von wertvollem Wissen notwendig.
Über diesem Kernzyklus gibt es noch eine Art Kontrollzyklus. In ihm wird das Wissen bewertet (Wissensbewertung) und mit den zuvor definierten Wissenszielen abgeglichen. Auch diese beiden Funktionen können in einer Community ohne Probleme stattfinden.
Wissensmanagementfunktion von Communities
Wie die Erläuterungen im vorherigen Abschnitt zeigen, nimmt eine Community eine eigene Funktion im Wissensmanagementprozess ein. Im Allgemeinen wird der Umgang mit Wissen verbessert, sowie der Generierung neuem Wissens verstärkt und der Austausch von vorhandenem Wissens erleichtert. Bezogen auf das Wissensmanagementmodell nach Probst sind es also im Besonderen die Bausteine Wissenserwerb, Wissensentwicklung und Wissensverteilung, sowie die Feedback-Schleife, welche durch den Einsatz von Communities positiv beeinflusst werden. Hierbei lassen sich fünf Funktionen definieren, die eine Community leisten kann.
- Communities sind Knotenpunkte für die Kommunikation zu bestimmten Themengebieten. Informationen können und sollen unbürokratisch weitergegeben werden. Das Wissen ist mit Hilfe von Communities einfacher zu verteilen und besser teilbat als in anderen Strukturen.
- Communities sind Foren wechselseitigem Lernens. In Communities können und sollen Wissen und Erfahrungen ausgetuscht und in einer Form weitergegeben werden, die ein echtes Verstehen und Anwendungsnutzen im eigenen Kontext ermöglicht.
- Communities sind Innovationstreiber. Durch den offenen Austausch in Communities können und sollen Synergieeffekte in Impulse durch Interaktionen hergestellt werden. Durch den informell und strukturell unabhängigen Charakter von Communities lassen sich bereichs- und fachübergreifendes Denken fördern.
- Communities sind Kulturveränderer. Communities stellen Bedingungen her, die als Voraussetzung für erfolgreiche Wissensmanagementprozesse gelten können. Sie schaffen eine Wissens- und Lernkultur, eine Kooperations- und Kommunikationskultur, als auch eine Innovationskultur.
- Communities sind Identitätsstifter. Communities können und sollen schlussendlich auch das Potential entfalten, einen wirksamen Gegenpol zu losen, uneffektiven Netzbeziehungen zu schaffen. Hierbei sei erneut auf die bereits erklärten soziologischen Hintergründe aus Kapitel (3.1) hingewiesen.
Virtual Knowledge Communities
Der Begriff Virtual Knowledge Community (VKC) greift etwas weiter als der bereits im Kapitel (2.c) beschriebene Begriff der Communities of Pratice. In VKC wird das Wissen direkt auf unmittelbar zu lösende Aufgaben bezogen, generiert, weiterentwickelt, bewertet und ausgetauscht. Die Vielfältigen und regelmäßigen Interaktionsbeziehungen der Mitglieder finden dabei in virtuellen und nicht-virtuellen Räumen statt. Es ist also von einem Expertennetzwerk die Rede, mit dessen Hilfe einerseits interdisziplinäre Querverbindungen und gegenseitiger Wissensaustusch stimuliert werden sollen, andererseits auch strukturierte Hilfe für Anfragen von Innen und Außen zur Verfügung stehen sollen. Expertennetzwerke dienen der Ergänzung, Weiterentwicklung und Dokumentation bereits vorhandenen Wissens und ließen sich somit gut über eine MediaWiki steuern. In einer VKC können alle Mitglieder sowohl Wissen suchen, als auch anbieten. Die Motivation zur Teilnahme zieht das Mitglied daraus, dass sich für Ihn der Wissensaustausch lohnt. Die Entlohnung kann dabei in Form einer Gegenleistung erfolgen (Gegenüber revanchiert sich), durch Profilierung (Anerkennung), oder altruistische Züge (selbstlose Hilfe gegenüber der Gemeinschaft). Das Wissen befindet sich dabei in Netzwerken. Eine Funktion von Wissensnetzwerken besteht darin, in der Organisation Brücken zwischen den einzelnen „Wissensinseln“ zu errichten und dabei geeignete Kommunikations- und Informationskanäle für einen aktiven Wissensaustausch bereit zu stellen.
HANDLUNGSEMPFEHLUNG FÜR DEN AUFBAU EINER COMMUNITY IN EINER MEDIAWIKI
Dieses Kapitel soll die Studienarbeit abschließen und konkrete Empfehlungen aufzeigen, um Community-Strukturen in einer MediaWiki erfolgreich zu integrieren. Die folgenden Gedankengänge sind eigene Überlegungen, da es keine konkrete Literatur zu der Umsetzung einer Community in einer MediaWiki gibt.
Meiner Meinung nach gibt es 2 Kernaspekte, die vorwiegend in eine MediaWiki integriert werden sollten, um die ersten Schritte hin zu einer Community Plattform zu schaffen. Zum einen handelt es sich dabei um die Identifikation der Mitglieder (Autoren und Leser), zum anderen um die Kommunikation zwischen allen Beteiligten.
Mit dem Begriff der Identifikation meine ich, dass die Anonymität der Beteiligten zum großen Teil aufgehoben wird und eine größere Transparenz entsteht. Dies kann meiner Meinung nach am Besten umgesetzt werden, wenn der Communitybetreiber eine Profil Seite erstellt, die alle Grundinformationen über ein Mitglied enthält. Diese dient dann als Vorlage für alle Mitglieder, die den Quelltext nur zu kopieren brauchen und um die Angaben ergänzen müssen. Damit ist gewährleistet, dass sich alle Mitglieder einheitlich über andere Teilnehmer informieren können. Am Besten gelingt dies, wenn gleich nach der Akquisition eines Mitgliedes das Ausfüllen von Profilinformationen zu einem Pflichtbestandteil der Mitgliedschaft wird. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass sich das neue Mitglied gleich mit dem Umgang der Wiki - Syntaxen vertraut macht und somit die Teilnahmebarriere an der Gemeinschaft sinkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer nicht nur als passiver Leser, sondern auch selbst als aktiver Autor auftritt, steigt somit an. Die Qualität und Quantität in der gesamten Wiki steigt also. Die relativ einfachen Syntaxen erlauben eine individuelle Gestaltung der Profile, sodass eigentlich nur der grobe Inhalt und der generelle Aufbau vom Betreiber vorgegeben werden muss. Die Umsetzung kann dann ganz in „MySpace-Manier“ jedem Mitglied selbst überlassen werden. Neben einem aussagekräftigen Foto (es muss nicht zwingender maßen den User zeigen), sollten folgende Informationen auf den User-Profilen enthalten sein:
- Username
- Name, Vorname
- Mitlied seit:
- Letzter Login
- Wohnort
- Kontaktdaten: Mail, Skype, ICQ, MSN...
- Berufliche Informationen: Abschluss, Arbeitgeber, Position, Branche, Beschäftigungsort
- Interessen: privat und beruflich
- Projektinteressen?!
- Motivation zur Teilnahme an der MediaWiki
- Verfasste Artikel
- Internetseiten
- Bekannte anderen Mitglieder der MediaWiki (Connected)
- Über mich...:
- ...
(Eine mögliche Umsetzung in der MediaWiki „MindXUniversity“ ist unter http://www.mindxuniversity.org/index.php/Benutzer:MichaelSudmann zu sehen).
Weitere, Tiefergehende Details zur Person könnten über einen Verweis auf die persönliche Seite von www.xing.com angeboten werden. Besteht ein kurzes und aussagekräftiges Userprofil über jedes Mitglied, so wird die Interaktivität zwischen den Mitgliedern steigen. Ein Autor kann sich nun über den Leser oder Bearbeiter einer Seite informieren und ggf. Kontakt aufnehmen. Der erste Schritt zum „Socialising“ ist also getan. Natürlich muss diese Profil-Seite eine andere Wertung haben, als die anderen Wiki - Seiten. Der Bearbeitungs- und Änderungsmodus sollte hier deaktiviert werden, sodass nur der Autor selbst seine persönlichen Informationen ändern kann. Im Laufe der Zeit verändert und vor allem erweitert sich das User-Profil eines Autors und kann als Mittel zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. Ein aktives Mitglied, welches regelmäßig Texte liest und verfasst und somit zum Fortbestand der Community beiträgt, wird auch auf die Erscheinung seines Profils achten und ein immer aktuelles und gepflegtes Profil vorweisen wollen.
Der zweite essentielle Faktor ist die Kommunikation zwischen den Mitgliedern. Hierbei kommt es vor allem darauf an, den Mitgliedern die nötigen Instrumente bereitzustellen, um eine direkte Kommunikation zu ermöglichen. Um die in dieser Arbeit beschriebenen, mit Community – Plattformen verbundenen Erfolgsfaktoren nutzen zu können, sollten die entsprechenden Instrumente möglichst einfach und ubiquitär gestaltet werden. Community Angebote werden jedoch häufig getrennt von den prozess- oder kooperationsunterstützenden Anwendungen einer Organisation betrieben. Für den Benutzer bedeutet der Wechsel zwischen der „Arbeitsumgebung“ und der „Kommunikationsumgebung“ daher oft einen Anwendungswechsel. Ein entsprechender Ansatz zur Lösung dieses Problems ist die Verbindung und Integration von Kommunikationswerkzeugen mit anderen Anwendungen. Ein Lösungsalternative die Kommunikation zu fördern, wäre eine Nutzung von Toolbars in Web-Browsern. Die Community – Toolbar des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik (Kolvenbach, Gräther und Klöckner 2004) stellt Funktionen zur Community - Verwaltung, sowie zur Sammlung, Strukturierung, Empfehlung und Bewertung von Informationen zur Verfügung. Die vollständige Browserintegration ermöglicht zudem die Bereitstellung von Community – Information im Kontext der von dem Browser dargestellten Informationen. Die FIT Community Toolbar ist als mobiles Portal vollständig im Webbrowser integriert. Dadurch stehen die Funktionen auf jeder Webseite zur Verfügung. Der Besuch einer bestimmten Portalseite ist also nicht nötig.
Abb. 6: FIT Community Toolbar, entnommen aus dem Referenzhandbuch
Diese Form des Community - Building ließe sich in einer MediaWiki problemlos umsetzen. Voraussetzung wäre natürlich, dass die Mitglieder sich einheitlich die entsprechende Toolbar in Ihren Browser laden.
Das Wichtigste in einer MediaWiki ist aber vielmehr die Möglichkeit, überhaupt Kontakt aufnehmen zu können. Die Kommunikation wird daher weniger in Echtzeit (wie bei Messanger-Programmen der Fall), sondern eher nachgelagert stattfinden. Ein Autor verfasst einen Artikel, ein anderes Mitglied liest diesen. Es taucht beim Lesenden eine Verständnisfrage auf, also kontaktiert er den Autor per Mail.
Will er dies nicht direkt tun, so schreibt er einen Kommentar zu dem Artikel. Der Autor wird über den Kommentar benachrichtigt und kann ebenfalls direkt in der Wiki antworten.
Meiner Meinung nach ist es auch sinnvoll die Kommunikation direkt im System zu halten, damit andere Mitglieder die Chance haben sich rege an der Diskussion zu beteiligen, bzw. informiert zu werden. Findet die Kommunikation indes per E-Mail statt, so grenzen sich Autor und Lesender vom Rest der Gemeinschaft ab und offene Fragen, Anregungen, etc. bleiben nach wie vor in der Wiki bestehen.
Eine weitere Handlungsempfehlung besteht in der Einführung eines Push-Instrumentariums. Die Errichtung einer Subscribtion oder eines Newsletters wäre hierbei sinnvoll (siehe Kapitel 3.3.2). Dieser regelmäßige „Reminder“ ruft die MediaWiki auch bei nicht so aktiven Mitgliedern immer wieder ins Gedächtnis zurück und regt zur Teilnahme an. Denkbare Inhalte wären dabei:
- Basisinformationen zur MediaWiki (zeigt den Fortschritt und die Aktivität der User auf):
- Aktuelle Anzahl der Mitglieder
- Neue Mitglieder seit letztem Newsletter
- Aktuelle Anzahl der verfassten Artikel
- Meistgelesener Artikel der Woche (Artikel der Woche)
- Best bewerteter Artikel (Hitliste: Top5)
- Aktivster Autor
- Aktivster Leser
- Neue (zufällige) Titelthemen (inkl. kurzem Textauszug)
- Auszüge aus aktuellen Diskussionen
- Vorstellung einzelner (ausgewählter) User
- Informationen von dem Betreiber an die Nutzer:
- Neue Funktionalitäten (technischer Natur)
- Weitere Entwicklung (Visionen, etc.)
- Aktivitäten der Gemeinschaft, Treffen, Seminare…
- Auszüge aus der Etikette (wenn eine gewünscht und definiert wurde)
- Direkte Übermittlung der Zieldefinition (und nicht dadurch, dass der User zufällig auf die passende Wiki - Page stößt)
- Projektvorschläge (Gemeinschaftsprojekte innerhalb und außerhalb der MediaWiki)
- Vorstellung ausgewählter Wiki - Syntaxen Weiterentwicklung der User fördern, Qualität der Artikel steigern.
Selbstverständlich ließen sich diese Informationen auch direkt in der MediaWiki auf erstellten Seiten darstellen. Allerdings sprechen hauptsächlich zwei Argumente gegen die Integration der oben dargestellten Informationen direkt in die MediaWiki:
- Die Seiten müssen vom User gefunden werden. Die Chance ist groß, dass er die Seite nie vor Gesicht bekommt und diese im Dschungel der vielen Wiki - Pages untergeht.
- Aus eigenen Erfahrungen und der Teilnahme an einigen Online Communities lässt sich sagen, dass die Einführung solcher Push-Technologien sehr sinnvoll ist und zum Besuch der Seite anregen. Es dient als Resümee und vermittelt das Gefühl der Teilnahme und Zugehörigkeit in der Gemeinschaft. Hier wird also der im Kapitel 3.3.5 erläuterte Erfolgsfaktor eines Community - Rituals geschnitten.
Neben einem Newsletter sollte jeder Autor auch automatisch per Mail informiert werden, wenn einer seiner Artikel geändert oder kommentiert worden ist.
Des Weiteren wäre es sinnvoll, wenn die Gemeinschaft die Möglichkeit hat die erstellten Artikel zu bewerten. Hierbei wäre ein Bwertungsystem von 0-5 Punkten denkbar. So bekommt der Autor ein direktes Feedback von der Gemeinschaft und kann sich individuell in seiner Kompetenz weiterentwickeln. Er entwickelt sich und seine Artikel weiter und bekommt Anerkennung von der Gemeinschaft. Des Weiteren ist es ein Ansporn, die Artikel in einer guten Qualität zu verfassen. Dies alles führt zu einer speziellen Ausbildung einer Persönlichkeit in der MediaWiki, sodass es der Gemeinschaft immer besser möglich ist, die anderen Mitglieder kennen zu lernen. Hier wird also der im Kapitel 3.3.6 beschriebene Erfolgsfaktor der Bildung von Nutzer- und Leitungsrollen aufgegriffen. Autoren, deren Artikel mit hohen Punkten bewertet werden, wachsen kontinuierlich zu „Leadern“ innerhalb der Gemeinschaft heran und stützen den Fortbestand der Gemeinschaft. Auch dieser Aspekt fördert die Ausbildung einer Kompetenz. Die jeweilige Person gilt innerhalb des Netzwerkes als anerkannter Fachmann zu einem Thema und wird bei Fragen, Projekten, etc. zu dem Themenaspekt beteiligt. Es wäre denkbar den besten Artikel seitens des Betreibers auszeichnen zu lassen.
Werden die getätigten Handlungsempfehlungen umgesetzt, so ist ein guter Anfang geschaffen, die MediaWiki zu einer funktionierenden Community auszuweiten. Der Fokus liegt in Folge dessen nicht mehr nur auf dem produzierten Content, sondern auch auf den Mitgliedern, deren Leistungen und Entwicklungen. Die Mitglieder beginnen zu kommentieren, diskutieren und schlussendlich zu agieren. Dies ist die Grundvorrausetzung, damit sich das System zu einer funktionierenden Einheit entwickeln kann. Hierbei sei noch mal darauf hingewiesen, dass die Entwicklung seine Zeit braucht und nicht von Heute auf Morgen stattfinden kann.
LITERATURVERZEICHNIS
Bücher
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- Brunold, J./ Merz, H., Wagner J. (2000): www.cyber-communities.de, Landsberg/Lech: Verlag moderne industrie
- Diemers, D. (2001): Virtual Knowledge Communities: Erfolgreicher Umgang mit Wissen im digitalen Zeitalter
- Eigner/Leitner/Naausner/Schneider: Online-Communities, Weblogs und die soziale Rückeroberung des Netzes
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- Hagel J. /Armstrong A.G. (1997): Net gain: expanding markets through virtual communities. Boston
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- Lenz, K. (2002): Virtuelle Communities – Die neue Geschäftsidee?
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Weblinks
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- http://www.studivz.net/verhaltenskodex.php?t=1 (Einsichtnahme am 17.03.07)
- http://www.fullcirc.com/community/memberrolesgerman.htm (Einsichtnahme am 18.03.07)
- http://www.focus-campus.de (Einsichtnahme am 18.03.07)
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